AIP bei Hashimoto

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Hashimoto - hört sich an, wie eine Stadt in Japan, ist es aber leider nicht. Weltweit haben mehrere Millionen Frauen mit dieser Krankheit zu kämpfen. Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der das Immunsystem des Körpers die körpereigene Schilddrüse angreift und nach und nach schließlich zerstört. Hashimoto geht daher mit einer chronischen Form einer Schilddrüsenunterfunktion einher, wobei es zu ständigen Entzündungen der Schilddrüse kommt.

Erkannt wird die Krankheit im Blut mit Hilfe der Bestimmung des TSH-Werts. Liegt hier eine Erhöhung vor, so ist eine Unterfunktion der Schilddrüse der Grund. Oft wird dann auch eine Sonografie (Ultraschall der Schilddrüse) durchgeführt, um herausfinden zu können, ob die Schilddrüse beschädigt ist. Ist das der Fall, sollten die Antikörper-Werte fT3 und fT4 bestimmt werden. Bei höheren Werten liegt dann zweifelsfrei Hashimoto vor.

Typische Symptome von Hashimoto sind:
- Müdigkeit
- Konzentrationsprobleme
- Kälte
- Wassereinlagerungen in den Beinen
- Gewichtzunahme
- brüchige Nägel und Haare
- schlechte Laune und sogar Depressionen
Falls mehrere dieser Symptome zutreffend sind, bitte sofort einen Arzt aufsuchen und gezielt fragen. Je schneller die Krankheit entdeckt wird, desto effizienter kann sie auch behandelt werden. 

Bei Hashimoto ist eine Behandlung mit L-Tyroxin unausweichlich. Doch reicht dies oft nicht aus, um alles Symptome auf Dauer in den Griff bekommen zu können. Hier bietet sich AIP-Paleo sehr gut an. Oft wird unterschätzt, wie entscheidend eine gesunde Ernährung und Lebensweise für den Krankheitsverlauf und vor allem die Lebensqualität sein kann. Durch den Verzicht auf "reizende" Lebensmittel und Allergene, können sich der Darm, der Stoffwechsel und das Immunsystem erholen und stabilisieren. So wird auf Getreide, Mildchprodukte und Hülsenfrüchte verzichtet. Aber auch auf Nachtschattengewächse (Tomaten, Auberginen, Paprika) und Nüsse/Samen soll lieber verzichtet werden. 

Vor allem bei Hashimoto-Patienten gibt es überwiegend positives Feedback, was eine Ernährungsumstellung zu AIP betrifft. Vorzüge machen sich schnell bemerkbar, da die Schilddrüsenhormone direkt auf den Stoffwechesl auswirken. Leider gilt das auch für Abweichungen von AIP. Das ist auch der Hauptgrund, warum die meisten Patienten auch ihr Leben lang bei AIP bleiben.

Zu den ursprünglichen "verbotenen" Lebensmitteln der Paleo-Ernährung gehören für Hashimoto-Patienten auch Nüsse, Samen, Eier, Spinat, Erdbeeren, Algen und Nachtschattengewächse auf die rote Liste. 

Zusammengefasst sieht die rote Liste folgendermaßen aus:

- Getreide (Amaranth, Buchweizen, Bulgur, Dinkel, Gerste, Hafer, Mais, Quinoa, Reis, Roggen, Sorghum, Weizen)
- Nachtschattengewächse (Aubergine, Cayenne, Goji Beeren, Jalapeno, Stachelbeeren, Kartoffel, Paprika, Pepperoni, Poblano, Tabakko, Tomaten)
- Hülsenfrüchte (Ackerbohnen, Adzukibohne, Erdnüsse, Erbsen, Kichererbsen, Kidneybohne, Limabohne, Linsen, Prinzessbohnen, Schwarze Bohnen, Sojabohnen)
- Nüsse (Haselnuss, Kaffee, Kakao, Macadamia, Mandeln, Paranüsse, Pekannüsse, Walnüsse)
- Samen (Anis, Raps, Chia, Fenchel, Hanf, Koriander, Kümmel, Kürbiskerne, Mohn, Muskat, Senf, Sesam, Sonnenblumenkerne)
- Milchprodukte 
- Eier 
- Medikamente (Ibuprofen, Napeoxen. Aspirin)
- Pilze / Hefe
- Jod, Soja und Algen
- schwarzer Pfeffer

Besonders wichtig bei Hashimoto ist es, auf Jod und alle jodhaltigen Produkte zu verzichten, denn diese führen zu einem Entzündungsprozess der Schilddrüse und im schlimmsten Fall zu einem Schub und der direkten Verschlimmerung der Symptome.

Des Weiterem sollte auf Nährstoffreiche Ernährung geachtet werden, um keine Mangelerscheinungen zu riskieren. Daher immer auf Vielfalt achten. Hier auf Qualität von Fleisch und Fisch achten - am Besten nur Wildfang und Weidehaltung wählen. Außerdem auch wertvolle Öle zu sich nehmen und ausschließlich auf Kokosöl braten. Hilfreich für Abwechslung sind auch Probiotika.

Aufpassen sollte man hingegen beim Verzehr von Obst und Früchten, denn diese enthalten viel Fruchtzucker, welcher schwer verdaulich ist. Hashimoto-Patienten haben einene Stoffwechel, der nur auf ca. einem Drittel des Aktivitätsniveaus eines gesunden Menschen arbeitet und sollte deshalb geschont werden.

AIP entfaltet bei Hashimoto-Patienten innerhalb von vier Wochen seine Wirkung und sollte deshalb mindestens 30 - 60 Tage KONSEQUENT durchgeführt werden. Anschließend werden sie positiven Wirkungen nicht zu übersehen sein, was Motivation gibt, es auch das gesamte Leben zu implementieren. Denn AIP ist keine Diät, sondern eine bewusste Ernährung.

Ich bin noch dabei, mich einzugewöhnen -  und begeistert dabei. Für mich ist AIP definitiv eine tolle Umstellung, die es mir ermöglicht, mein Leben auch mit Hashimoto zu genießen und fit und aktiv zu sein. Probieren geht über studieren! Viel Erfolg dabei!


Nadja


Quelle: http://www.paleo360.de/




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1 Kommentar

  1. Und was bitte sehr sollte man nach dann als Hashimoto Betroffener noch essen??
    Ein Liste hierfür wäre sehr interessant, denn viel bliebe ja nicht mehr an Nahrungsmitteln übrig...

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