Was ist AIP Paleo?

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AIP - auch "Autoimmun-Protokoll" oder "Autoimmun-Paleo" - ist eine Ernährung, welche sich sehr an den eigentlichen Paleo-Prinzipien orientiert, aber zusätzlich auf das Leben mit einer Autoimmunerkrankung zugeschnitten ist.

Als "autoimmun" werden Erkrankungen des Immunsystems bezeichnet, bei denen das körpereigene Abwehrsystem wiederum körpereigene und eben nicht körperfremde Strukturen attackiert. Dies stellt eine erhebliche Fehlfunktion dar und führt oft dazu, dass eigene Organe durch die Bildung spezifischer Antikörper gezielt beschädigt und letztendlich auch zerstört werden. Des Weiteren kann das Immunsystem externe Erreger, wie z.B. Viren, nicht mehr effizient bekämpfen kann, da es "erschöpft" davon ist, den eigenen Körper anzugreifen. Die bekanntesten Autoimmunerkrankungen sind chronische Schilddrüsenprobleme (Hashimoto und Morbus Basedow), Diabetis Mellitus, Lupus. oder auch Multiple Sklerose.

Die Paleo-Ernährung bezeichnet eine Art "Steinzeiternährung". Das bedeutet konkret, dass man im Großen und Ganzen auf folgende Lebensmittel verzichten sollte: alle Getreidearten, Milchprodukte, Hülsenfrüchte und alle Arten von Zucker. 

Das AIP hingegen geht noch weiter. Es werden alle Lebensmittel eliminiert, welche als Allergene fungieren können und grob gesagt, "schlecht" für den Darm und das Immunsystem sind. Solche Lebensmittel wirken oft hemmend auf den Stoffwechsel und fördern dagegen das Immunsystem, was dazu führt, dass Patienten mit Autoimmunerkrankungen noch stärker konfrontiert werden. Auch AIP ist auch sehr empfehlenswert für alle Personen, die Probleme mit dem Darm haben oder  an chronischen Hauterkrankungen, wie Neurodermitis, leiden.

Folgende Lebensmittel sollen im Rahmen einer AIP-Paleo-Ernährung in den Ernährungsplan aufgenommen werden:

  • Fleisch (Rind, Schwein, Kalb, Geflügel) 
  • Organe und Innereien (Leber, Nieren)
  • Fisch
  • Meeresfrüchte
  • Obst und Früchte (in Maßen und vorwiegend morgens)
  • Beeren 
  • Gemüse (mit Einschränkungen)
  • Kokos-Produkte (vor allem Kokosöl zum Braten, Kokos-Milch und Kokos-Joghurt)
  • Fette und Öle (Butterschmalz, extranutrives Olivenöl, Kokosöl)
  • Fermentierte Nahrung und Probiotika (eigen eingelegtes Gemüse, Kefir auf Wasser- oder Kokos-Basis)
  • Kräuter
  • Gewürze (Ingwer, Himalaya-Salz, Steinsalz, Zitronengras, Oregano, Thymian. Basilikum und Minze)
  • Essig (Apfelessig, Balsamico)
  • Tee in allen Variationen (vor allem aber Kräutertees)
  • Kraft- und Knochenbrühe

Hingegen sollte man auf diese Lebensmittel konsequent verzichten
  • alle Getreidearten
  • "Pseudo"-Getreide (Reis, Amaranth, Couscous, Mais, Quinoa, Buchweizen)
  • Milchprodukte
  • Nachtschattengewächse (Tomaten, Auberginen, Paprika, Kartoffeln, Chillischoten)
  • Pilze
  • Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen)
  • Soja-Produkte
  • Algen-Produkte
  • Nüsse
  • Samen
  • jodiertes Speisesalz
  • Fruchtsäfte
  • Pflanzenöle (außer Olivenöl)
  • Zucker
  • zu viel Fruchtzucker (Obst nur in Maßen)
  • Kaffee
  • Tabak
  • industriell hergestellte oder abgepackte Produkte
  • Eier
Es existieren mehrere Arten der AIP-Ernährung, welche sich vorwiegend dadurch unterscheiden, ob auch Eier permanent eliminiert werden sollen. Oft ist dies nämlich nur für 4 - 6 Wochen der Fall. Anschließend folgt die Reintegration in die tägliche Ernährung.

Wichtig: Eine Ernährungsumstellung auf AIP kann bis zu einem Jahr dauern. Die positiven Effekte können also durchaus auf sich warten lassen - doch einmal daran gewöhnt, werden sich viele Symptome, wie Verdauungsprobleme, Allergien, Nebenwirkungen von Autoimmunerkrankungen und Lebensmittelunverträglichkeiten langfristig verbessern oder sogar abklingen. Der Körper wird die "neue Freiheit" genießen und das Immunsystem nicht noch weiter unnötig gereizt.

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